Montag, 19. April 2010

The Endless Summer


Bereits im vorigen Posting habe ich erwähnt dass in naher Zukunft 2 grössere Reisen anstehen, und ich möchte nun gern etwas ins Detail gehen, was meine Australien-Reise im kommenden Winter betrifft. Zum zweiten Mal nach 2002 geht es also - erneut für 5 Wochen - auf den fünften Kontinent, und die Vorfreude ist riesig. Denn während ich vor 8 Jahren mehr oder weniger alleine das Land bereisen musste, kann ich diesmal auf hochkarätige Reisebegleitung zählen: das Master-Studium meines Lieblingshernalsers und Ex-Trauzeugen Stefan "Pavel" Podar in Adelaide bot die perfekte Gelegenheit zur Rückkehr nach down under!

Stefan & Julia werden im Dezember 2010 aller Voraussicht nach ihren Master-Lehrgang in muskuloskelettaler und Sport-Physiotherapie an der University of South Australia abgeschlossen haben und mich am Morgen des 28. Dezember als ersten Gratulanten aus Donaustadt in Adelaide empfangen, und mir dann ein paar Tage die Stadt zeigen, in der sie mehr als ein Jahr verbracht haben. Das ganze wird vermutlich auch mit einer ausgiebigen Verkostung australischer Biersorten einhergehen, und Stefan hat bereits versprochen, seinem neuen Spitznamen "The Roomaster" gerecht zu werden und mir höchstselbst ein Kangaroo-Steak zu kredenzen.

Anschliessend steigen wir alle gemeinsam in einen Flieger nach Perth, zum Herzstück der Reise: einem 3-wöchigen RoadTrip durch Westaustralien im Jänner 2011... in search of the perfect wave! Stefan ist ja mittlerweile vom Surfvirus befallen, hat sich bereits einen Neopren-Shorty gekauft, und macht an seinen freien Wochenenden bevorzugt die Strände in der Umgebung Adelaides unsicher. Nachdem ich ihm vor einigen Jahren am Neusiedlersee gezeigt habe, wie man in Donaustadt stehsegelt, erhoffe ich mir von ihm Nachhilfeunterricht in Sachen Wellenreiten, und vielleicht reichen 3 Wochen ja sogar aus um den "Hernalser Bottom Turn" zu erlernen?



In Perth werden wir voraussichtlich auf Klaus Platzer & Natalie Ricciardi treffen, welche mich ja schon am Flug nach Kuala Lumpur begleiten, von dort allerdings direkt nach Perth fliegen. Klaus hat bereits einmal 4 Monate lang sämtliche Nationalparks Westaustraliens mit dem Campervan abgeklappert; gemeinsam mit unseren Locals aus Adelaide und meinen Queensland-Connections bringen wir also eine geballte Portion Australien-Erfahrung mit. Und so soll mit 2 Autos anschliessend WESTERN AUSTRALIA auf der unten abgebildeten Route (rote Linie) unsicher gemacht werden:



Da Westaustralien etwas grösser ist als die Donaustadt (der grösste australische Bundesstaat ist mit 2.529.880 km² annähernd fünfundzwanzigtausendmal so gross wie der mit 102 km²grösste Wiener Gemeindebezirk) muss sich die Reiseroute zwangsläufig auf einen bestimmten Teil beschränken, und da der Nordwesten des Landes im Sommer (Jänner/Februar) häufig von Fluten heimgesucht wird, und ausserdem die enormen Distanzen und die hohe Luftfeuchtigkeit erschwerend hinzukommen, wird die Wahl voraussichtlich auf den Südwesten des Landes fallen, welcher praktischerweise auch einige der hochkarätigsten Surfspots des Planeten enthält. Nicht umsonst findet sich beim "Margaret River Classic" alljährlich die Elite des Sports ein, um ihre Turns in die Wellen zu kratzen; die legendären Spots in und um Margaret River tragen so klingende Namen wie Rocky Point, The Farm, Bone Yards, Guillotine oder South Side (auch bekannt unter "Suicide"...). Margaret River ist ausserdem eine Hochburg des australischen Weinbaus, also sollte es mit dem Bottom Turn nicht klappen, können wir uns immer noch auf Weinverkostung begeben um unseren Frust zu ertränken.

Von Margaret River könnte es dann nach Albany an der Südküste gehen, und von dort aus in östlicher Richtung bis nach Esperance. Dieses Teilstück ist eine gebirgige, besonders grüne Region Australiens und kann mit mehreren sehenswerten Nationalparks (Stirling Range NP, Fitzgerald River NP & Cape Arid NP) aufwarten.



Und sie bietet den idealen Kontrast zur anschliessenden Fahrt ins Landesinnere, durchs Southern Outback nach Kalgoorlie, der Hauptstadt des einstigen Goldrausches, und immer noch ein bedeutendes Zentrum der "mining industry". Nachdem ich 2002 grösstenteils auf den "tourist trails" Ostaustraliens unterwegs war, erhoffe ich mir gerade von diesem Teilstück (welches uns durch einige sprichwörtliche "Kaffs" führen wird) Einblicke in das australische Leben abseits der Millionenstädte. "Go Bush" wird dann also die Devise lauten, und ich bin sicher Stefan, Julia, Klaus, Natalie & ich werden mit einer Mischung aus australischem Slang, Hernalser Bierdurst, oberösterreichischer Gemütlichkeit, Donaustädter Humor & italienischem Charme für einige offene Münder in den örtlichen Roadhouses sorgen...



Ein kurzer Abstecher nach Norden sollte sich nach Möglichkeit auch noch ausgehen, denn von Perth in relativ kurzer Zeit erreichbar sind ausserdem der Windsurf-Spot Lancelin mit dem Schweizer Urgestein Werner, der angeblich seit gut 10 Jahren mit seinem VW-Bus dort seine Zelte aufgeschlagen hat und Windsurfmaterial zu günstigen Bedingungen vermietet, sowie die Pinnacles, nach dem Ayers Rock und dem Sydney Opera House wahrscheinlich eines der populärsten Fotomotive Australiens.



Mehr als 3 Wochen bleiben uns in Summe aber nicht, denn Ende Jänner geht es dann noch für 1 Woche nach Melbourne, in die "europäischste Stadt Australiens", und dort warten noch 2 echte Highlights auf uns: ein Besuch bei den AUSTRALIAN OPEN, dem heissesten Tennis-GrandSlam-Turnier des Jahres, und das BIG DAY OUT FESTIVAL, wahrscheinlich das heisseste Musikfestival der Welt.

Fair Dinkum!