Samstag, 20. Dezember 2014

Un aficionado a las idiomas



Ich hab ja schon immer ein Faible für Fremdsprachen gehabt. Das Studium am MCI bietet mir nun erfreulicherweise die Möglichkeit dieser Leidenschaft wieder einen ganz wesentlichen Platz in meinem Leben einzuräumen. Die Unterrichtssprache in unserem Studiengang "International Health & Social Management" (der Name lässt es bereits vermuten) ist Englisch, zusätzlich habe ich einen Leichtfortgeschrittenen-Kurs in Spanisch belegt, und in meiner Unterkunft, dem Ungarischen Studentenheim in Innsbruck, kann ich ausserdem mein Ungarisch aufbessern. Also nicht nur zwei, nein sogar drei Fliegen mit einer Klappe! Mein Ziel ist es bis zu meinem Abschluss in sämtlichen Sprachen einen fortgeschrittenen Level (B1 - B2) erreicht zu haben und mich mündlich und schriftlich auch zu etwas komplexeren Themen einigermassen gut ausdrücken zu können. Dies ist insbesondere im Spanischen und im Ungarischen noch eine ziemliche Herausforderung, bei beiden Sprachen befinde ich mich irgendwo zwischen A2 und B1 und bin im Wortschatz noch ziemlich limitiert. Neugierig, wie es um Deine eigenen Fremdsprachenkenntnisse bestellt ist? Hier findest Du die Einteilung des Sprachniveaus nach dem Europäischen Referenzrahmen.

Knapp 2 Jahre hab ich dafür nun also Zeit, und das Sprachenlernen läuft dabei mehr oder weniger nebenbei - die Sprachen sind am MCI ja nur "Draufgabe", dh. nicht Teil des eigentlichen Curriculums. Mein Spanischkurs findet 1x wöchentlich am Dienstag statt, und den Sonntag hab ich mehr oder wenig zum Ungarisch-Tag erklärt; da ich derzeit jeden Samstag bei IKEA Innsbruck arbeite, ist der Sonntag mein einziger freier Tag am Wochenende, und ich brauche meist nur in die Gemeinschaftsküche unseres Studentenheims zu gehen um ein paar ungarischsprachige Mitbewohner vorzufinden mit denen ich üben kann. Oft profitieren dabei alle davon, denn gerade die ungarischen Erasmus-Studenten stecken ihrerseits in Deutschkursen und somit helfen wir uns gegenseitig.



Schnell habe ich dabei bemerkt, dass das gute alte Vokabelheft dabei immer noch nicht ausgedient hat. Immer wieder lerne ich neue Worte, aber wenn ich diese nicht niederschreibe, sind sie sehr schnell wieder aus meinem Gedächtnis verschwunden, und ich ärgere mich nur über mich selbst wenn ich mehrfach nach demselben Wort fragen muss. Daher waren meine ersten Investitionen 2 Vokabelhefte, eines für Spanisch und eines für Ungarisch. Meine Mitbewohner schmunzelten ein wenig, fanden es gleichzeitig aber auch sehr lobenswert dass ich mich da so aktiv dahinterklemme mit dem Ungarisch-Lernen. Sie haben auch leicht reden, denn sie haben es selbst nicht nötig - selbst die, die eigentlich in Österreich oder Deutschland aufgewachsen sind, wurden mehr oder weniger zweisprachig erzogen und sprechen Ungarisch daher auf einem wesentlich höheren Niveau, einige sind sogar auf ungarische Schulen im Ausland gegangen und haben zweisprachig maturiert.

Ich finde es immer wieder spannend, wie unterschiedlich der Zugang zu Sprachen erfolgen kann. Meine Spanisch- und Ungarischkenntnisse mögen zwar auf einem ähnlichen Niveau sein, aber sind dennoch überhaupt nicht miteinander zu vergleichen. Das Fundament meiner Ungarischkenntnisse stützt sich auf darauf dass meine Eltern mich im Alter von ca. 2 Jahren in einen ungarischen Kindergarten in Mélykút gesteckt haben, während sie Urlaub in den USA verbrachten; als sie nach einem Monat zurückkamen und mich abholten, sprach ich angeblich nur noch Ungarisch ;) Ausserdem waren wir jährlich zumindest 2x bei meinen Verwandten in Ungarn (zu Weihnachten & zu Ostern) und im Volksschulalter fuhren ich & meine Schwester einige Male auch auf Sommerlager in Ungarn, in die uns meine Tante - die ja Biologie-Lehrerin an einem Gymnasium in Baja war - einschleuste. Somit war ich in jungen Jahren regelmässig mit dem Ungarischen konfrontiert, hatte auch einige gleichaltrige Freunde, erlernte die Aussprache durch Nachahmen, und erarbeitete mir einen Wortschatz ohne jemals in ein Lehrbuch oder Vokabelheft geschaut zu haben. Vor allem aber musste ich nie groß nachdenken wenn ich Ungarisch sprach, es kam mir ganz selbstverständlich über die Lippen.

Ganz anders beim Spanischen: nachdem ich in der Schule 5 Jahre mäßig begeistert Französisch gelernt und abschliessend auch darin maturiert hatte, fand ich danach Spanisch reizvoller, und wollte es auf eigene Faust lernen. Ein Bundesheer-Kollege bereitete sich gerade mittels Langenscheidt-Kurs für einen Besuch bei seinem Onkel in Valparaíso/Chile vor, und ich kopierte mir kurzerhand das Lehrbuch und nutzte zahlreiche sinnlose Stunden in meiner Heeres-Schreibstube um die ersten 10 Lektionen aus dem Buch zu lernen. Ich machte dabei subjektiv recht schnell Fortschritte, aber gleichzeitig ist das natürlich ein sehr schablonenhafter und hölzerner Weg eine Sprache zu erlernen. Wenn ich plötzlich unerwartet mit spanischen Muttersprachlern konfrontiert wurde, war ich sehr schnell überfordert. Soviel Zeit wie beim Bundesheer hatte ich später leider nur noch selten, aber ich nahm immer wieder neue Anläufe mein Spanisch weiterzubringen, zuletzt im Vorjahr als Vorbereitung auf einen Andalusien-Urlaub. Aber dennoch blieb es bisher immer Stückwerk, und während es mir im Ungarischen schwerfällt korrekt zu schreiben, ich dafür jedoch beim Sprechen nicht groß nachzudenken brauche, ist es im Spanischen genau umgekehrt: ich tue mir leichter etwas niederzuschreiben, aber es fällt mir noch schwer mich spontan zu unterhalten. Es zeigt einfach wie unterschiedlich man Sprachen erlernen kann und welche unterschiedliche Fertigkeiten dafür nötig sind. Ich lese derzeit auch ein interessantes Buch zum Thema wie Sprachen das Denken beeinflussen, dazu dann mehr im Rahmen meines nächsten Eintrages zur "Blogparade" (bei der ich ja leider mit meinen Beiträgen für November & Dezember schon überfällig bin)!

Nachdem der Sprachkurs jetzt fürs 1. Semester abgeschlossen ist und wir erst im März wieder damit fortfahren, hab ich nun eine Art "Spanisch-Stammtisch" ins Leben gerufen, wo ich mich mit den motivierten Kollegen aus dem Kurs (bei vielen anderen hat man leider das Gefühl dass sie eher halbherzig bei der Sache sind, und nicht wirklich etwas investieren wollen) im Jänner 1x pro Woche am Dienstag abend treffen und das Gelernte anwenden möchte. Mit meiner Südtiroler Kollegin Nadia haben wir das schon 2x versucht und es war eigentlich immer sehr witzig und hat uns geholfen, auch wenn es mitunter noch eine recht "katatonische" Angelegenheit sein kann. Auf jeden Fall haben wir gut gegessen dabei:



Von Nadia hab ich auch den Tip zu einer hervorragenden Internetseite bekommen, wo zwei sympathische Mittdreissiger (Marina Diez aus Madrid und Ben Curtis aus Oxford) mittels Podcast Spanisch-Lektionen für Anfänger & Fortgeschrittene anbieten,  und dabei vor allem darauf wert legen einem das "wirkliche" Spanisch abseits der Kursbücher beizubringen. Die Seite nennt sich "Notes in Spanish" und ich kann sie wirklich wärmstens empfehlen. Dabei lauscht man den beiden, die auch im wirklichen Leben ein Paar sind, bei charmantem Alltagsplausch und bekommt neben vielen nützlichen Ausdrücken & Vokabel vor allem auch das wunderschöne castellano (klassisches Spanisch wie es in Zentralspanien gesprochen wird) der Madrilenin Marina Diez quasi "injiziert". 

Abgesehen vom Sprachunterricht läuft es auch sonst ganz gut, zwar hab ich zuletzt ein paar mittelprächtige Noten abkassiert, aber da geht es den anderen Studenten auch nicht anders. Man muss auch Prioritäten setzen, in vielen Fächern bin ich sehr begeistert bei der Sache, und bereite mich auch auf die Prüfungen gewissenhaft vor, in einigen wenigen anderen Fächern dagegen gönne ich mir dann ein bisschen eine "Verschnaufpause" und mache gerade eben das was verlangt wird bzw. nötig ist. Das hängt immer auch sehr von den Vortragenden ab und wie sehr sie mich für das Fach begeistern können, und das waren bisher eigentlich die meisten. Insgesamt bin ich von der Qualität der Vortragenden bisher überhaupt sehr angetan, die Vorlesung mit Armin Fidler von der World Bank (der mir bereits beim European Forum Alpbach im August aufgefallen war - zu diesem Zeitpunkt hatte ich aber noch keine Ahnung dass er bei uns unterrichten wird) letzte Woche fand ich besonders interessant;  und erfreulicherwesie werden wir mit ihm noch öfters zu tun haben, nämlich schon im 2. Semester wenn er uns "Epidemiology" und "Evaluation in Economics" näherbringen wird.

Seit vorgestern befinde ich mich nun in den Weihnachtsferien, bin aber ausgerechnet am letzten Uni-Tag (an dem wir noch eine Prüfung in EU-Recht absolvieren mussten) von einer Verkühlung erwischt worden. Eh klar, kaum ist der Lernstress erstmal vorbei, scheint sich das Immunsystem ebenfalls eine Auszeit zu gönnen. Die letzten Wochen sind ja auch wirklich wie im Flug vergangen, regelmässige Prüfungen oder Präsentationen haben uns ordentlich auf Trab gehalten, und wie heisst es so schön: "time flies when you're having fun!

Somit musste ich dann heute auch meinen geplanten ersten Snowboardtag am Stubaier Gletscher vertagen und stattdessen im Dampfbad regenerieren. Insgesamt ist es auch hier in Innsbruck leider immer noch viel zu sommerlich, Schnee liegt nur in höheren Lagen, die Nordkette ist gerade mal angezuckert, und ausser dem ganzfährig befahrbaren Stubaier Gletscher und dem hochgelegenen Kühtai haben meines Wissens auch noch keine Skigebiete wirklich den Betrieb aufnehmen können. Die Axamer Lizum beispielsweise musste ihr "Season Opening" bereits auf Mitte Dezember verschieben, und selbst jetzt liegt dort noch nicht wirklich viel Schnee. Aber dass man zu Weihnachten ordentlich Schnee zum Skifahren hat ist mittlerweile ja leider schon zur Ausnahme geworden. In Amerika gibt es bereits erste NGO's die sich diesem Thema verschrieben haben (immerhin ist der Skibetrieb ja in vielen Regionen ein Wirtschaftszweig von dem viele abhängen, auch Innsbruck ist da keine Ausnahme), und von einer davon (POW - Protect our Winters) haben wir uns neulich im Unterricht ein Bild machen können, als es um Lobbying auf EU-Ebene ging. Der Begriff "Lobbying" hat bei uns in Österreich dank einiger abschreckender Beispiele ("Graf Lobby" Mensdorff-Pouilly, Werner Meischberger, Ernst Strasser...) ja keinen allzu guten Ruf, dabei sollte man aber nicht vergessen dass Lobbying häufig auch zur Bewusstseinsbildung in der Bevölkerung beitragen soll, und daher von der EU in vielen Fällen auch (berechtigterweise) gefördert wird... oder so haben wir es zumindest letzte Woche im Unterricht gelernt ;)

Morgen muss ich trotz Verkühlung noch einen weiteren IKEA-Samstagsdienst überstehen und dann setze ich mich abends in den Zug nach Wien... freue mich schon sehr nach 7 Wochen wieder meine Freundin, Freunde & Familie zu sehen und mit ihnen Weihnachten zu feiern. In diesem Sinne: Frohes Fest!






Sonntag, 23. November 2014

Finding the Fun in Economics


Another 2 weeks spent in Innsbruck, and boy did they pass quickly! The start of the Carnival Season (November 11) marked the beginning of our "Economy Season" at MCI, which  felt a little weird since no one expected Economics to be a lot of fun. There were some dark premonitions floating around amongst students who expected this to be one of the tougher subjects so far - and it proved to be true.

To be honest, I was looking forward to the challenge. Even though i never felt the desire to study economics after school, i was ready to tackle the subject again from a new angle - and at a different age. I went to a business school from 1990 to 1995 and had more than just a taste of this stuff, but i wasn't sure how much of that would pop up here again and if i would be on familiar turf or in for something new. 

As can be inferred from the name International Health and Social Management, our study programme puts a lot of emphasis on the grander scheme of things, and this broader understanding is what i often lack when looking at newspapers today. Consequently, when choosing this master programme, i didn't necessarily expect or wish to be taught how to run a hospital - i wanted to get a deeper understanding of how our world and society is functioning out there.

One of the beauties of our programme (and at the same time one of our greatest challenges) is that we all come from different places - not just geographically speaking, but also in terms of our previous education. Some have studied a little economics before, others come from a healthcare background (we have 2 doctors, 2 nurses and 3 physiotherapists, one of them being me). Some have already gained working experience, others just finished their bachelor degrees and have virtually no professional experience to speak of. The challenge for our teachers is therefore to pick us up wherever we are and create a "level playing field".

This was especially true at the beginning of last week, where it fell to the lanky Tyrolean economist Stefan Haigner to teach us the "Fundamentals of Economics" in 4 morning sessions, which should then serve as the foundation for our "Introduction to Health Economics" with Italian economist Francesco Paolucci the following week. Was it coincidence that both economy classes were taught by 2 relatively young, smart & handsome male economists? In any case, you can't blame MCI for lack of trying to make this subject as interesting as possible for our class, which consists of 2/3 female students...



Dr. Haigner's class was, in essence, an introduction to macroeconomics, based on the book by Gregory Mankiw - the decisions and trade-offs that customers face and their pursuit of the highest value for money. Or, as economists call it: maximizing utility within a budget constraint. We talked about supply & demand, perfect substitutes, normal & inferior goods, the elasticity of demand, consumer & producer rent/surplus, and the concept of welfare loss. Many things were familiar, but a lot of it was also new, especially in English terminology. What was also surprising is that we were mostly drawing: utility curves, budget constraints, optimal decision points, etc.



This was also true for the exam, which ended our little introductory course on Friday. We received 5 questions, and had 1 hour to draw the right conclusions (double meaning there). I found it pretty tricky, and had some major blunders on all questions except #1, which asked us to demonstrate the perfect complement/substitute. Luckily Dr. Haigner's grade will only amount to 30% of our overall economics grade... anyway, already somewhat humbled by that exam, i then found out that i also scored pretty low on the IDI (Intercultural Development Index) assessment, which was generated from a survey that we had to fill out a few weeks earlier. Even though it doesn't represent a grade (the IDI is a self-improvement tool and, looking at the website, it seems a source of business more than anything) you can't help feeling a little down & out when you only score 77,95 points on a scale of 145 on the Intercultural Development Continuum... but some more therapeutic leaf-raking on Friday afternoon, a screening of the 1962 Hungarian movie "2 Half Times in Hell" at my dorm in the evening, and a busy day at the IKEA cashout on Saturday quickly took my mind off these first disappointments of my new student life.


All of that was quickly forgotten once we started the next week with our Health Economics course with Dr. Francesco Paolucci. A Bologna native who currently teaches in Perth/WA, Paolucci was also instrumental in setting up the multiple-degree-programme between MCI and other European universities. He is, let me quote here, 

"Research Fellow at the Australian Centre for Economic Research on Health (ACERH) at the Australian National University (ANU), and Adjunct Lecturer at the Institute of Health Policy and Management (iBMG) at Erasmus University Rotterdam (EUR). He has held academic appointments at the University of Bologna, the Management Centre Innsbruck, the University of Oslo, Complutense University in Madrid, and iBMG. Dr Paolucci recently published "Health Care Financing and Insurance: Options for Design" (Springer, 2011) and authored several articles in academic journals on his research interests, which include health insurance, regulated competition, risk equalisation and risk selection, international comparison of health care systems, cost-benefit and cost-effectiveness analysis, taxation & public economics, and competition law and economics. He is a member of the Scientific Committee of the International Health Economics Association."


What this text & photo would never lead you to believe, however, is that Dr. Paolucci is one of the most entertaining lecturers you'll ever encounter and he delivered the by far most rewarding academic lecture we've come to enjoy so far here at MCI. If you ever heard the story of the "Italian Man going to Malta", you know that listening to an Italian communicate in English can be highly entertaining. Mr. Paolucci is no exception, but - having obviously spent a lot of time in English-speaking countries - his English is excellent and his Italian accent & intonation are embellished with more than just a dash of colloquial (American) English. His extrovert and almost flamboyant teaching style kept me on the edge of my seat for 5 days, because not only did you have to keep your wits about you when listening to him, but his trademark Italian self-confidence & unpredictability would also provide many unexpected blink-it-and-you-miss-it laughs! 

When he started, i wasn't so sure; he seemed a little full of himself and when he started introducing himself on Day 1 and our colleague Nancy from Egypt came in a few minutes late, that prompted him to actually interrupt his talk to tell her "You're late!" - followed by an uncomfortable silence in the audience. I didn't know what to make of that, especially coming from an Italian... luckily, it just turned out to be his sense of humour - he'd always be quite frank, but never actually hurt anyone personally (although a few of my female classmates disagreed: one claimed he lacked social competence, another found him to be deprecating towards women, and a third thought he implied we were a little daft because we didn't understand demand elasticities. Me and a (female) colleague from Vorarlberg agreed that he was simply being Italian! I thoroughly enjoy listening to someone who's comfortable with himself and an audience because it makes me feel at ease as well. And as for our Egyptian Nancy, she felt at ease with him too - later that week he would amiably joke about her way of negotiating with him as being like "haggling in a Soukh" :) Anyway, i find that providing a few laughs inbetween is never detrimental to studying...

This tough love aproach also came through in his teaching methods: everyday he would hand out long & complicated scientific papers that we had to read, digest & present just a few hours later, followed by a tricky Q&A session, but when it came to grading our presentations, he was super-nice, constructive, fair & encouraging and gave no group less than 85%. Maybe he was overgrading, but that shouldn't take anything away from the hard work we put in; Ken Arrow's 27-page article "Uncertainty and the Welfare Economics of Medical Care" (a text-laden piece of grounded theory that was published in 1963 and paved the way for Medicare and Medicaid in the U.S.) was one of the most challenging scientific articles i've ever read, and i'm glad we weren't the ones to present it. Other articles i had to read included complex, but interesting subjects such as "Supply-induced Demand in Caesarean Sections" (we did have to present that one, and actually scored 100 Points because of the extremely short preparation time we had; none of the other groups were ready to present it on the same day, we did it within 3 hours thanks to the Power Point finesse of our positively-nerdy Czech colleague Ivan) and "Disease-specific Moral Hazard in Health Care". We were at uni from 9 to 5 every day, our most demanding schedule so far, and as soon as i'd come home and had my dinner, i would sit down and continue to slog through his papers, reading sentences over and over, struggling to grasp their meaning. One time i would even head to the library at 9:30 pm just to finish some research. In the end all the hard work paid off: not for the first time in my student life, but maybe for the first time to that extent, did i realize how much more powerful & effective studying can be when you generate and aquire the knowledge yourself instead of just being on the receiving end. You always hear that this is the way knowledge is supposed to be passed on these days, and i'm glad i could experience it myself first-hand! By Day 5 i felt like i had absorbed so much stuff; many of these technical terms like moral hazard, pareto-efficiency or cross-elasticity felt like they'd been household vocabulary for years, and Mr. Paolucci certainly played a big part in that. I can't wait 'til this guy comes back in the 3rd semester to teach us some more advanced Health Economics! It may even be another valid reason to stay in Innsbruck in the 3rd semester and waive my optional Erasmus semester abroad...

By the way,  on Day 1 he showed us a video that might do the same to you as what this whole lecture did to me: bring the fun into Health Economics!

Watch here, in just under 5 minutes, how 200 countries have developed in the last 200 years, explained in a fascinating way by Hans Rosling, Professor for International Health at Karolinska University in Stockholm!


Dienstag, 11. November 2014

Erstmals "zurück" in meiner neuen Heimat!

Ich muss gestehen es fiel mir nicht leicht letzten Mittwoch in den Zug nach Innsbruck zu steigen, die Verlockung war groß noch bis Sonntag in Wien zu bleiben, 1-2 weitere Viennale Filme anzuhängen und noch ein wenig mehr Zeit mit Freundin, Freunden & Familie zu verbringen... obwohl ich mich in Innsbruck gut eingelebt habe, hatte ich das Gefühl wieder "zuhause" zu sein und dementsprechend schwer tat ich mir in meine neue "Heimat" zurückzukehren. Vor allem lag mir wohl im Magen dass ich in Wien zwar 6 Viennale Filme gesehen, aber keine 6 Zeilen für unser "Research Methods" Gruppenprojekt zuwege gebracht hatte. In diesem Fach (quasi einer Einführung in wissenschaftliches Arbeiten bzw. Statistik) hatten wir die Aufgabe, in willkürlich zusammengewürfelten 3er-Teams eine kleine wissenschaftliche Arbeit über maximal 20 Seiten zu schreiben und dafür ein knapp 2-wöchiges Zeitfenster zu Verfügung gestellt bekommen. Meine Partnerinnen, die junge Viola aus Salzburg (welche bereits ihren Bachelor am MCI gemacht hat) und die 28-jährige Michelle aus Los Angeles (die allerdings Deutsch spricht da sie eine Kärntner Mutter hat und zuletzt an der Webster University in Genf & Wien studiert hat) schienen sich bereits kopfüber ins Projekt zu stürzen, während ich Wien ein ums andere Mal im Kinosaal saß - und mit jedem Film wuchs mein schlechtes Gewissen.

Dass es in Strömen regnete als ich um 23 Uhr in Innsbruck aus dem Zug stieg, war auch nicht gerade aufbauend, aber als ich am nächsten Morgen aufwachte und dicke Schneeflocken vor meinem Fenster tanzen sah, hob sich meine Laune augenblicklich und das schlechtes Gewissen wich dem Tatendrang. Vormittags war nur eine fakultative Lehrveranstaltung angesetzt (eine Art Coaching bei dem man sich noch Tipps zum richtigen Schreiben und Zitieren für die Arbeit holen konnte)  zu der sich gerade mal eine Handvoll Studenten eingefunden hatten, doch ich war einer davon. Zwar kam auch ich spät, aber es blieb zumindest genug Zeit mir das Programm Citavi (welches das Recherchieren, Zitieren und Ordnen von wissenschaftlichen Quellen erleichtert) auf meinem Laptop zu installieren. Nach dem Mittagessen verfrachtete ich meine 4 Buchstaben an einen Tisch in der Bibliothek der "SoWi" (die Sozialwissenschaftliche Fakultät, deren Mensa und Bibliothek MCI-Studenten mitbenutzen dürfen) und begann mit der Recherche zum Thema "Lebensqualität", welches mein Teilgebiet der Arbeit war. Mit diesem Thema habe ich mich schon vor fast 10 Jahren bei meiner Physio-Diplomarbeit auseinandergesetzt, insofern fiel mir der Einstieg in die Materie nicht schwer, und all die konzentriert im Stillen Lernenden um mich herum spornten mich ebenfalls zur Arbeit an. Ich verbrachte einen produktiven Nachmittag bzw. Abend in der Bibliothek, welche ich erst gegen 21:30 als einer der Letzten wieder verließ.



Den Frei-tagvormittag, der tatsächlich (unterrichts-)frei war, verbrachte ich dann zuhause mit dem Schreiben meines Teils, am Nachmittag hieß es dann die unterschiedlichen Teile unserer Arbeit zusammenzufügen. Diese sollte der Frage nachgehen ob Studenten eine höhere Lebensqualität haben als die arbeitende Bevölkerung (eine Frage die die meisten wohl aus dem Bauch heraus mit "Ja" beantworten würden, unsere Ergebnisse bestätigen diese naheliegende These jedoch nicht) - Michelle war als Native Speaker für das Einführungskapitel zuständig, ich für das eher philosophisch-sozialwissenschaftliche Kapitel zur Messung von Lebensqualität, und Viola (die aufgrund ihrer Erfahrungen im Bachelor-Studium am kompetentesten mit dem Statistikprogramm SPSS umzugehen wusste) war für den methodischen Teil der Arbeit verantwortlich; sie hatte bereits einen Online-Fragebogen per Limesurvey erstellt (welcher per E-Mail & Facebook an mehrere hundert Personen in unserem Freundes- & Bekanntenkreis geschickt wurde), übernahm mit Michelle die statistische Auswertung desselben, steuerte aber auch noch einges an Text zur Interpretation der Arbeit bei - mit anderen Worten: sie steckte sicherlich am meisten Zeit in diese Arbeit, und somit nahm das Ding dann auch schon am Freitagabend konkrete Formen an. Am Samstag fiel es mir zu, unsere unterschiedlichen Literatur-Datenbanken mittels Citavi zusammenzuführen (da zahlte es sich dann aus dass ich mir das Programm am Donnerstag installiert und mich ein wenig damit auseinandergesetzt hatte) um ein komplettes Literaturverzeichnis anhängen zu können, und dann hiess es vor allem Korrekturlesen und viele Kleinigkeiten ausbessern. Am Sonntag morgen las ich mir die 19 Seiten lange Arbeit ein weiteres mal durch, korrigierte erneut viele Kleinigkeiten, vereinheitlichte unseren Zitierstil und schickte die Arbeit dann in Absprache mit den anderen an Prof. Mevenkamp. Endlich kehrte Ruhe ein, aber das änderte sich schlagartig als ich beim Mittagessen von meinen Kolleginnen eine Nachricht bekam dass wir einen "GROSEN FEHLER" gemacht hätten und den Zitierstil unbedingt in "APA 6th Edition" ändern müssten, da dies der auch für diese Arbeit gültige MCI-Standard sei. Ich versprach mir das sofort anzusehen, aß hastig fertig, machte mich schnell an den Geschirrabwasch - und handelte mir mit meinem neuen, scharfen und vor allem spitzen IKEA Messer eine Schnittwunde im Mittelfinger ein...

 

Als die Blutung halbwegs gestillt war, teilte ich den Mädels mit dass es zu spät für Änderungen sei, und ich mit meinem verbundenen Finger ausserdem nun auch gehandicapt beim Tippen sei. Der Zitierstil liess sich nicht so im Handumdrehen mit einem Mausklick verändern wie die beiden sich das erhofft hatten, und somit plädierte ich dafür es dabei zu belassen, auch wenn wir dafür Punkteabzüge bei der Arbeit in Kauf nehmen müssten - nobody's perfect! Die Arbeit lag schliesslich längst im Postfach des Professors und weitere Mails hätten meiner Meinung nach nur Unruhe hineingebracht und ihm gezeigt dass wir in letzter Sekunde noch versuchen daran herumschustern. Ich schlug Viola & Michelle vor dass wir uns kommende Woche nochmal zusammensetzen sollten um unsere Zusammenarbeit zu reflektieren (immerhin hatte ich die beiden über eine Woche nicht mehr gesehen und die gesamte Kommunikation mit ihnen war nur noch virtuell erfolgt), aber ich bekam keine Antwort mehr darauf und bin nun sehr gespannt wie sie sich kommende Woche verhalten werden und ob "silent grudges" nun die Konsequenz aus dieser Arbeit sein werden. Muss es am Ende wirklich so sein wie auf diesem Foto das mir meine liebe Ex-Physio Kollegin Fanny geschickt hat?

 

Das fände ich jedenfalls sehr schade. Zugegeben, von den abgebildeten Typen aus "Hangover" war ich diesmal sicherlich nicht jener ganz links - aber auch keiner der drei anderen. Ich habe anfangs weniger Arbeit beigesteuert, allerdings kam ich mir in der Kommunikation auch oft übergangen vor; so beschlossen die beiden beispielsweise während einer Unterrichtseinheit kurzerhand vom Thema "Selbstmord - Vergleich zwischen Österreich und Ungarn" auf "Lebensqualität zwischen Studenten und Arbeitenden" umzuschwenken und stellten mich vor vollendete Tatsachen, oder vielmehr: ich erfuhr es zufällig auf Nachfrage hin. Und das, nachdem ich mir zum erstgenannten Thema bereits Literatur aus der Bibliothek geholt hatte...

Ich konnte den Themenschwenk durchaus verstehen und mittragen - allerdings hätte ich es schon nett gefunden wenn man mich zumindest dazu befragt hätte... und solche Dinge passierten mehrfach, ich kam mir eigentlich von Beginn an ein bisschen ausgeschlossen vor und weiss nicht wirklich woran es lag (am Altersunterschied vielleicht?); deshalb fände ich es eben interessant nochmal offen darüber zu sprechen und sozusagen reinen Tisch zu machen - ansonsten beschleicht mich nämlich das Gefühl jetzt 2 potentielle Freunde weniger in meinem Jahrgang zu haben. Ich war in den letzten 4 Tagen ebenfalls mit viel Engagement an der Sache, hatte aber am Ende das Gefühl dass die beiden die Arbeit nur noch loswerden wollten wie eine heisse Kartoffel. 

Naja, zu Erfreulicherem: ich habe meine erste Note bekommen, und es ist ein "Sehr gut"! Mein 6 Seiten starkes Essay "I as a Leader" in Fundamentals of Management wurde von Prof. Ole Berg aus Oslo mit 91/100 Punkten bedacht, womit ich - soweit ich das mitbekommen habe - zu den Klassenbesten gehöre. Vor allem aber hat mich das detaillierte und wohlüberlegte Feedback beeindruckt dass er jedem einzelnen Studenten angedeihen ließ. In meinem Fall liest sich das so:

" (...) You have always, you say, been interested in yourself – in finding out who you are and can become. You have also pursued this interest in a practical way, by trying out a number of jobs and professions. Your search for yourself has paid off this time, that is, academically. You are describing yourself very openly and using theory to shed light on who you are and why you are like you are. The story you are telling is fascinating, indeed moving, but also professionally interesting. It is a story where you, gradually, are discovering yourself as a potential manager. Your “landing” in Innsbruck has been (almost) a natural consequence of your upbringing, travelling, work experiences and self-exploratory reflections, and the beginning of the rest of your life, for you and for your partner. (...) You have written a very good paper. It is academically strong and pedagogically successful. I wish you all the best when you embark upon the rest of your life!"

Ich war wirklich gerührt, denn in kann mich nicht erinnern wann ich zuletzt eine solch detaillierte Evaluierung (der gesamte Text ist etwa um das 3-fache länger...) erhalten hab - erst recht von einem Vortragende mit dem ich gerade einmal 3 Tage verbracht habe! Ich war doch ein wenig stolz, weil ich auch wirklich einige Zeit in diese Arbeit gesteckt habe, muss aber gleichzeitig einräumen dass mir die offene Aufgabenstellung sowie das fast schon philosophische Thema dieser Arbeit auch entgegengekommen sind, eine so gute Figur werde ich sicher nicht in allen Fächern abgeben...

Wo sich mein Alter unter Umständen ebenfalls positiv ausgewirkt hat, ist bei der Wahl zum Jahrgangssprecher: da habe ich nämlich letzte Woche mit 15 Stimmen knapp die Mehrheit vor unserem indischen Arzt Neil (14) und unserem australischen Sunnyboy Ross (11) erhalten, und es freut mich dass ich diese Aufgabe übernehmen darf. Was ich allerdings etwas schade finde ist dass unser Jahrgang, welcher zu 2/3 aus Frauen besteht, nun von 3 Männern repräsentiert werden soll. Naja, nachdem sowohl Neil als auch Ross bereits im nächsten Semester Innsbruck wieder verlassen (sie gehören zu den zahlreichen Studenten die sich für das EU-HEM Projekt entschieden haben bei dem man 2 Semester an 2 unterschiedlichen Unis im Ausland verbringen und dadurch multiple degrees, also Abschlüsse von mehreren Universitäten, erlangen kann) werd ich mich vielleicht um eine weibliche Stellvertreterin ab dem 2. Semester bemühen...

Vielleicht liegt es ebenfalls am Alter dass es mich nicht wirklich in die Ferne zieht - ich verstehe zwar das Fernweh meiner Kommilitonen (ich war ja mit Anfang, Mitte 20 auch nicht anders) aber hätte selbst keine Lust ständig woanders meine Zelte aufzuschlagen und nirgends richtig heimisch zu werden. Ich habe mich daher für den regulären Studienverlauf entschieden, wo nur das 3. Semester als optionales Auslandssemester vorgesehen ist. Aber selbst da bin ich noch unschlüssig. Einerseits würde ich sehr gerne eine der Partneruniversitäten unseres Studiengangs nützen (zur Auswahl stehen begrenzte Plätze in Prag, Oslo, Athen, Kuopio, Rotterdam & Maastricht), andererseits bietet Innsbruck diese herrliche Bergkulisse direkt vor der Haustür, und nicht zuletzt ist ja meine Wahl auch deshalb auf diese Stadt gefallen. Ausserdem fühle ich mich im "Ungarnheim" extrem wohl, und verbringe ja gewissermassen auch hier ein Auslandssemester indem ich mit vielen Ungarn zusammenwohne und meine Sprachkenntnisse verbessern kann. Heute beispielsweise habe ich mit meinem Mitbewohner Péter Lorencz aus Szombathely 2 Stunden Gemeinschaftsarbeit geleistet und in unserem Garten Laub zusammengetragen, dabei ein paar neue ungarische Vokabel gelernt (gerebje = der Rechen, bzw. tíz-ágos gerebje, der "10-gliedrige Rechen" = wenn man mit blossen Händen das Laub aufheben muss *g*) und ausserdem auch gleich eine schöne Ernte Walnüsse für meine nächsten Frühstücksmüslis eingefahren:

 

Weiters habe ich am Sonntag vormittag mit meiner ungarischen Mitbewohnerin Anna aus Kecskemét sowie meinem indischen Studienkollegen Neil eine Yogaeinheit in meinem Zimmer abgehalten - ist es nicht kurios dass ein weisser Mitteleuropäer einem Inder Yoga beibringt? Wir leben wahrlich in einer globalisierten Welt! Neil war total begeistert und hat danach 3 Stunden "geschlafen wie ein Baby", wie er mir später am Abend erzählt hat als ich ihn und 4 weitere Studienkollegen (Samuel & Adam aus der Slowakei, Marten aus Mainz sowie Isabel aus Vorarlberg) zu einem kleinen Umtrunk bei mir im Zimmer (alle waren sich einig dass meine Bleibe eher die Bezeichnung "Wohnung" verdient) empfing. Neil hätte eigentlich schon letztes Jahr am MCI studieren sollen, erlitt jedoch in Dubai (wo er seit seinem 7. Lebensjahr zuhause ist) bei einem Autounfall einen Wirbelbruch und musste daher den Antritt zum Studium um ein Jahr verschieben. Seither leidet er nach eigener Aussage immer wieder unter Schmerzen, welche jedoch - wie er mir erstaunt erzählt hat - nach dem Yoga wie weggeblasen waren. Ich hoffe es folgen noch viele weitere Yogaeinheiten wie diese; auch wenn mein Yogalehrerdasein derzeit ein wenig in den Hintergrund getreten ist: es erfüllt mich nach wie vor mit grosser Freude andere Menschen dafür zu gewinnen bzw. im Idealfall sogar zu begeistern! Und ich habe vor, diese privaten Klassen meinen Mitbewohnern im Studentenheim regelmässig an Sonntagen anzubieten!






Mittwoch, 5. November 2014

Meine Viennale 2014!


Eine unerwartete Lücke in meinem Uni-Stundenplan ermöglichte es mir für fast eine Woche nach Wien zu fahren und zum fünften Mal in Folge das Viennale Filmfestival zu besuchen, das seit 2010 einen Fixpunkt in meinem Herbst-Terminkalender einnimmt und welches ich nur ungern verpasst hätte. Jedes Jahr geniesse ich die Atmosphäre in den traditionsreichen Wiener Programmkinos welche die Viennale-Standorte bilden (diesmal das Gartenbau, Urania, Metro & Künstlerhaus) und das bunt gemischte Programm des dezidiert "internationalen" Filmfestivals. Das schönste an der Viennale ist, dass sie sich jeder nach seinen eigenen Vorstellungen zusammenzimmern kann.  Vorfreude ist bekanntlich die schönste Freude und das aufregendste ist für mich immer wieder das frisch gedruckte Programmheft in Händen zu halten und mir entsprechend persönlicher Präferenzen und zeitlicher Verfügbarkeit einen Viennale-Fahrplan zurechtzulegen. Meist strebe ich dabei eine ausgewogene Mischung aus Spiel- und Dokumentarfilmen, leichter & schwerer Kost, Traditionellem & Experimentellem, Heimischem & Internationalem an; idealerweise versuche ich auch unterschiedliche Vorstellungszeiten (vormittags, nachmittags & abends) zu kombinieren sowie möglichst viele unterschiedliche Kinos miteinzubauen; und oft sind Viennale-Filme auch eine ideale Gelegenheit Freunde & Familie auf einen gemeinsamen Kinobesuch einzuladen und auch dieser Hintergedanke beeinflusst mitunter die Auswahl meiner Filme. Eine kleine Zusammenfassung bzw. Rückschau auf meine bisherigen 4 Viennale-Jahre findest Du hier.

Heuer lief dies etwas anders ab als in den letzten 4 Jahren – die erste Hälfte des Festivals verpasste ich noch in Innsbruck weilend, und kam dort auch an kein Programmheft - online fand ich es deutlich schwieriger bei der Fülle an angebotenen Filmen den Überblick zu behalten und meine Auswahl zu treffen. Andererseits blieb mir dadurch der Stress erspart,  nach Startschuss des Ticketvorverkaufs auf einer überlasteten Viennale Homepage zu versuchen schnell meine gewünschten Tickets zu ergattern. So suchte ich mir nach Beginn des Festivals ganz entspannt und je nach Verfügbarkeit ein paar Filme zusammen die mich interessierten und bestellte bequem per Mausklick.

Insgesamt brachte ich heuer 6 Filme an 7 Tagen unter - am Donnerstag kam ich in Wien an und eröffnete spätabends um 23 Uhr mit der Horrorkomödie „Burying the Ex“ von Ex-„Gremlins“-Macher Joe Dante den heurigen Viennale-Reigen. Meine Freundin Katrin steht ja auf Vampir- & Zombiegeschichten und dass wir vor 4 Jahren (ebenfalls zu später Stunde im Gartenbau Kino) bei einem ähnlichen B-Movie (Robert Rodriguez‘ „Machete“) unser erstes Date hatten, verlieh dem ganzen auch einen Hauch Romantik & Nostalgie. Das passte auch zum Film, in dem Anton Yelchin & Alexandra Daddario eine Leinwand-Romanze beginnen welche von Yelchin’s verstorbener Ex-Freundin in Zombiegestalt behindert wird. Der Film steckte voller kleiner Referenzen ans Horror-Kino vergangener Tage, bis auf ein paar gute Gags und das ansehliche Äussere von "Eye Candy" Daddario wird er mir aber als schwach in Erinnerung bleiben.


Am Samstag nachmittag folgte dann „Siddharth“, eine kleine, aus dem Leben gegriffene 
(„based on true events“), aber umso wirkungsvollere Geschichte eines kanadischen Regisseurs mit indischen Wurzeln, Richie Mehta. Es geht dabei um Mahendra, einen grundsympathischen Chain-Wallah (eine Art mobiler Reisverschlussreperateur) auf den Strassen Delhis, der seinen 12-jährigen Sohn Siddarth ins Punjab schickt um einen Job in einer „Trolley Factory“ anzunehmen und so das Familieneinkommen aufzubessern. Als Siddha zu Diwali nicht nach Hause kommt, beginnen sich seine Eltern Sorgen zu machen – insbesondere als sie Grund zur Annahme haben, dass Siddharth einer Entführung zum Opfer gefallen sein könnte. Dies treibt den Vater zu einer verzweifelten Suche, von den Warteräumen der indischen Bürokratie bis in die Strassen von Mumbai. Ein Film der sich auf sehr berührende und gleichzeitig unsentimentale Art und Weise dem Problem der Überbevölkerung, der Armut und des Menschenhandels in Indien annimmt und dabei durch realistische Bilder fernab von „Bollywood“ sowie hervorragende, unbekannte Darsteller glänzt – mein persönliches Viennale Highlight dieses Jahres! Besonders freute es mich, dass ich zu diesem Kinobesuch auch Tammy & Mario, meine Freunde & Arbeitgeber vom Bikram Yoga Schottenring gewinnen konnte, die von dem Film ebenfalls sehr angetan waren.



Am Sonntag vormittag folgte dann mein obligatorischer jährlicher „Musikfilm“ bei der Viennale – dieses Mal „20.000 Days on Earth“, eine Musikdoku von & mit der australischen Punkrock-Legende & „coolen Socke“ (O-Ton Viennale Programmheft) Nick Cave, mit meiner ebenso musikverrückten Schwester Astrid. Ich bin zwar kein bekennender Fan des australischen Barden, aber nach diesem gelungenen und unkonventionellen Film (der uns durch den zwanzigtausendsten Tag im Leben des Nick Cave begleitet) auf jeden Fall um einiges neugieriger auf sein Oeuvre geworden!



Montag abend begleitete ich dann meinen treuen Freund & Viennale-Mitstreiter Martin zu „Halbe Welt“, einem österreichischen Low-Budget Science-Fiction-Film aus den frühen 90ern der meine Erwartungen übertraf – bis vor kurzem wusste ich gar nicht dass dieses Genre in Österreich überhaupt jemals existiert hat... der Regisseur des Films, der aus Salzburg stammende Florian Flicker, ist erst vor einigen Wochen verstorben und war viele Jahre lang Mitglied im „Viennale-Gremium“, weshalb ein sichtlich betroffener Hans Hurch (seines Zeichens Viennale-Direktor) persönlich einleitende Worte zu dem Film an uns richtete. Der Film selbst – eine dystopische Zukunftsvision in der sich die Menschheit aufgrund der mittlerweile verheerenden Auswirkungen der Sonneneinstrahlung kaum mehr im Freien aufhalten darf und sich das Leben daher nachts abspielt - verdient zweifellos das Prädikat „Kultfilm“ und beeindruckte mich vor allem mit seiner Farbgebung & Kameraführung (insbesondere bei den Szenen im Freien) sowie dem unglaublich groovigen Psychedelic-Soundtrack!



Nach dem Film hieß es gleich „ab nach Hause“ und ein paar Stunden Schlaf tanken, denn um 5 Uhr läutete bereits der Wecker für den mittlerweile schon zur Tradition gewordenen „Viennale Frühstücksfilm“ um 6 Uhr 30 morgens, diesmal im gut gefüllten Wiener Gartenbaukino, in dem dieses Jahr 5 meiner 6 Filme liefen. Mit dem „Frühstücksfilm“ bin ich bisher immer gut gefahren, sowohl 2010 mit „Cyrus“ (mein zweites Date mit Katrin) als auch 2013 bei Francois Ozon‘s „Jeune & Jolie“ (einer der Vorteile des Frühstücksfilms ist, dass man dafür immer problemlos Karten bekommt, selbst wenn es sich um Filme von renommierten Regisseuren handelt). Diesmal stand „Frank“ am Programm, eine britisch-irisch-amerikanische Tragikomödie, in der ein unauffälliger junger Keyboarder in einer Psychedelic-Rockband namens SONOFABRTW Anschluss findet. Der unaussprechliche Name der Truppe ist ebenso schwer zu ergründen wie ihr Frontman („Frank“) welcher als Markenzeichen einen riesigen Fiberglas-Schädel über seinen Kopf stülpt um sein wahres Gesicht zu verbergen – und welchen er auch zu keinem Zeitpunkt, weder on- noch offstage, abnimmt. Trotz einiger bizarr-humorvoller Passagen und auch Schockmomente hatte ich zunehmends Mühe munterzubleiben um mitzuverfolgen wie die Band dank Social Media zu einem Underground-Phänomen gerät und es bis zu einem Auftritt beim SXSW-Festival in Texas bringt. Die Tatsache dass der Charakterdarsteller von Frank, Michael Fassbender, erst am Ende wirklich zu sehen ist, und die mir ohnehin bereits nicht unbedingt sympathische Maggie Gyllenhall alles andere als eine Sympathieträgerin spielt, machten die Sache auch nicht einfacher. Insgesamt kein schlechter Film, aber doch mein schalstes „Frühstücksfilm“-Erlebnis bisher.



Den Abschluss bildete dann am Mittwoch „Red Army“, eine Sport- bzw. Polit-Doku des Amerikaners Gabe Polsky, die sich mit der Sbornaja, der legendären Eishockey-Nationalmannschaft der UdSSR (sowie der Art und Weise wie sie von der Politik für Propaganda-Zwecke benutzt, um nicht zu sagen missbraucht, wurde) auseinandersetzt. Als Kind das selbst Eishockey gespielt hat, hab ich bei den Spielen der Sbornaja stets mitgefiebert, und sei es nur um die Russen verlieren zu sehen. Die Duelle mit Kanada waren damals so etwas wie „Gut“ gegen „Böse“ und die gefürchtete „KLM-Linie“ der Russen (bestehend aus den Stürmern Krutov, Larionov & Makharov) war mir richtiggehend verhasst. Umso interessanter war es nun hinter die Fassade blicken zu können und die Menschen hinter den Eishockey-Ikonen dieser legendären Linie (komplettiert wurde die „Russian 5“ durch das Verteidigerpaar Alexei Kasatonov & Vyacheslav „Slava“ Fetisov - letzterer bildet auch das Herzstück dieses Films)  etwas näher kennenzulernen; ausgerechnet Vladimir Krutov (Spitzname: The Russian Tank), jener bullige Flügelstürmer mit dem Boxergesicht den ich am allerwenigsten leiden konnte, hinterlässt im Film einen traurigen Eindruck und verstarb auch prompt wenige Wochen nach den Dreharbeiten infolge einer Leberzirrhose. Besonders gefreut hat es mich allerdings, dass ich mit diesem Film etwas passendes für meinen Vater im Viennale Programm entdeckt habe und wir den Film gemeinsam sehen konnten – unser Filmgeschmack überschneidet sich ansonsten nicht allzu häufig, aber ich wusste gleich: bei dieser Kombination von Eishockey, Politik & Zeitgeschichte würden wir beide zufriedengestellt, und so war es dann auch!



Ich bin schon gespannt auf die nächste Viennale – möglicherweise ein Grund das Auslandssemester im nächsten Herbst noch einmal gründlich zu überdenken! ;)

Montag, 27. Oktober 2014

First month in Innsbruck


As some of you may already know, i moved to Innsbruck at the start of the month to enroll at MCI (Management Center Innsbruck) and start a Master's Programme called "International Health & Social Manament", which will extend over the course of the next 2 years. The combined working experiences i gathered at the outpatient clinic of Dr. Malus (5+ years, by far my longest-standing job to date) and for Bikram Yoga Schottenring in Vienna not only raised my interest in public health but also triggered the decision to get some further insight into healthcare and its socioeconomical implications. After overcoming initial doubts on behalf of my family and successfully navigating through the university's selection process, and with the highly valued support of my girlfriend Katrin i finally packed my bags at the beginning of the month and rode off into the Wild West (thanks Martin for providing your VW Touran - i'm so sorry you had to suffer a broken gearbox in the process)!

I chose MCI not only for its academic merits but also for its alpine setting - let's say it was an "added bonus". During my childhood we have spent many a winter skiing in Tyrol and - whether it were the multiple trips to Mutters' "Hotel Seppl" (with its indoor swimming pool) and Alpbach's "Kolberhof" (with its charismatic host Gerda Moser) or the fancy one-time-stay at Hotel Post in upscale St. Anton am Arlberg (where i had the honour of sharing the dining table with the late world-class skier Ingemarg Stenmark) - i only have the fondest memories of all those trips! Later, in my mid-twenties, i picked up rockclimbing and discovered that the attraction of the Alps was not just limited to the cold season and  it dawned on me that Innsbuck - being a university town - was something like the Shangri-La for Austrian students with a serious interest in mountain & outdoor activities. Therefore, naturally when the opportunity to study in the heart of the Alps presented itself, i jumped at it!














Not only do i owe a great deal of that inspiration to my father (whose passion for skiing not only rubbed off on us, but also financed all those wonderful skiing holidays) but my mother also played an important role in this. Her being Hungarian, and my upbringing in both an Austrian & Hungarian cultural setting, enabled me to move into the Hungarian Student Dormitory in Innsbruck, arguably the most beautiful student dorm in Innsbruck! Its building - meanwhile a protected landmark - at the corner of Richard-Wagner-Strasse and Kaiserjägerstrasse had been donated to Hungarians fleeing their country during the 1956 Revolution and seeking refuge in Innsbruck. It was used first as a means of accomodation, then a school, and since the mid-60's as a student dorm. Just prior to moving here, Katrin and i took a weekend trip to Budapest and visited the "Terror House", a museum dedicated entirely to the dark side of the Hungarian Nazi & Communist regimes, so moving in here bore even more significance and felt like connecting with a Hungarian history & ancenstry that i had previously only caught glimpses of!

Not only is the Ungarnheim a beautiful building located in the most beautiful district of Innsbruck (called "Saggen", which is lined with mansion-type buildings, and only a 12-minute stroll from my university), but i also happen to inhabit its most beautiful room for the first semester here, a lofty 50 (!) square meter beauty with wooden parquet floor, high ceilings and 3 huge ornamented windows looking out onto the immuaculate lawn of our equally immaculate garden (you can see my 3 windows directly above the green arch on the picture above). The dorm features 18 rooms for students and is inhabited by some really nice folks (mostly with Hungarian background like me) who i am already forging friendships and practising my Hungarian with, usually by striking up a conversation in the common kitchen where i regularly get to meet the others. This is another important benefit of the dorm and the reason why i was so keen on getting a room here: i've been growing up with the Hungarian language and - difficult as it may be - it comes naturally to my tongue & ear, but my vocabulary is limited and my grammar knowledge rudimentary at best. For example, until my recent trip to Budapest i wasn't even aware that the Hungarian language posesses only 3 tenses (which is why some say jokingly that Hungarians - when conversing in a foreign language - find it difficult to get to the point), yet i've been using the language quite confidently for years! Besides practising my Hungarian i am also taking Spanish classes once a week at the university (starting at A2 level) so at the end of these 2 years i hope to be able to say that i am fluent in 4 languages.

University has started off well, and i like the MCI's approach which focuses on applied rather than just presented knowledge. We have a diverse mix of staff & students (including a brash young Aussie, 2 young doctors from Egypt & India, and an old physiotherapist from Vienna - guess who that is), and the instructional language is English, another reason i chose the MCI over other health-management programmes in Austria. The first week was spent almost entirely on creative and/or teambuilding exercises, and culminated with the extra-curricular task of preparing "the perfect dinner" for our faculty, a task that we completed quite successfully as you can see on following pictures. 


 


We were assigned a budget of 400 Euros for that task, so it was also a playful test of our management skills (i was part of the decorating team and promptly drove to IKEA Innsbruck, where i have taken up a part-time Saturday job at the cashout, to get some napkins and candles; the only department that eventually went over budget was the beverage department, which ended up in a crate of beer being stored in the trunk of my car for future use). 

Since then, lectures have come in blocks at our study programme: the second week's core subject was "Fundamentals of Management" with Professor Ole Berg from the university of Oslo (resulting in my first assignment, a 6-page essay titled "I as a Leader"). In the third week Barrie Dowdeswell from the UK (who also doubles as a mentor for graduates) took over with "Governance in Healthcare Institutions", and week 3 and 4 (both short weeks with 3 days each) are filled with "Research Methods", our introduction on how to research & write academic papers. I particularly enjoyed the speed-reading exercise last week, where we had to skim through 5 pretty long scientific articles on healthcare-related subjects in 60 minutes while extracting the essential information. Our assignment consists of  writing an academic paper (in teams of 3) on any subject of our choice until November 9, so that'll keep me busy over Halloween, which in my case will become "Hallo-Wien": i'm gonna seize some of those days off to visit my family & girlfriend back home for the first time, as well as teach a couple of yoga classes at Bikram Yoga Schottenring and catch a few movies at the Viennale - Vienna's largest film festival has been a fixture for the past 4 years, and i would've hated to entirely miss out on it!

Meanwhile, the peaks of the "Nordkette" (the impressive mountain ridge that rises up on the other side of the Inn river) are already covered by the first snow of the season, and i got a taste of that last Friday when i tried to hike up to Höttinger Alm in the afternoon, a little inn up at about 1.500 m elevation - about halfway up, staggering through waist-deep snow, i had to admit that wearing gaiters had been a good idea, but taking my snowshoes with me would've been an even better one! 


Without them, the going got tough and since it was already getting late i decided to turn around and retreat, but was offered a nice view of Innsbruck in return. I'm already making plans for another trip up there in November, and i'll make sure to strap on my snowshoes next time because...

"Winter is coming"!


Mittwoch, 22. Oktober 2014

The Hungarian Health & Healthcare System

HUNGARY


Key Facts:

Size:  93.000 km² , Population: approx. 10.5 million
Capital:  Budapest (Population 1.7 million)
Public Expenditure on Health: 7.9 % of GDP (2013)

  • !      Roughly  5 million inhabitants living outside the country’s borders, having left after several waves of     emigration (WW I, WW II, Revolution of 1956) or because the live in areas that were Hungarian       territory before the 1920 Treaty of Trianon
  • !    Almost half of the country lives in communities of less than 20 000 inhabitants
  • !    At the last census (2001) 3.1 % of the population considered themselves to be members of a              minority. The Roma community has the biggest share, officially 190.000 in 2009, the real number is      estimated to be 500.000 or higher!


Governance:

-          19 Counties, recently divided into 7 larger „regions“ (each consisting of 2-3 counties)

-        
            After the communist regime fell, Hungary has had a stable political system with usually 4 parties in coalition. Since 2010 however,  2 parties (FIDESZ – Hungarian Civic Union & the Hungarian Democrat Party) have formed a 2/3 majority in parliament, and a radical right-wing party (JOBBIK) has also appeared.


Health Development in Hungary since WW II  -  4 Phases

Post-WW II to mid-60’s

Mátyás Rákosi
          („Stalin’s best disciple“)


       ·         major advances in socioeconomic improvements
       global immunization - > communicable diseases under control
       ·         the early public health efforts of the communist regime                    (including widespread immunization programmes) helped bring        communicable diseases under control
       ·         life expectancy at birth comparable to further developed, more        Western countries
Mid 60’s to Late 80‘s
The Kádár Regime a.k.a.
„Goulash Communism“

      ·         larger role of non-communicable diseases
      ·         whereas life expectancy continued to rise in Europe, it levelled         off (or, in the case of men) even decreased in Hungary
      ·          increasing health gap between Hungary and Western            
             Europe

Late 80’s to mid-90’s
Independence (1989)

      ·         Clear decline in health status, further widening the gap
      ·         Between  1890 - 1993, male life expectancy decreased by 1.5        yrs (unique phenomenon in central Europe)
      ·         Tougher transitional period than other formerly Communist              countries, such as Poland or the Czech Republic.

Mid 90’s to present
Prime Minister:
Viktor Orbán (FIDESZ)

·         Steady increase in life expectancy in men and women
·         Decrease in cardiovascular mortality
·         „A new era?“ (Jozán, 2009) – but the gap in life expectancy between Hungary and Austria (and other EU member states) has essentially remained unchanged


Health Status


 

2009
  • !      Hungary still ranks among the lowest in Europe in regard to life expectancy, trailing the EU average by 5.1 years, and lagging behind the EU27 and even EU12 for many health indicators
  • !      DALE (disability-adjusted life expectancy) 65.8 years (EU27: 71.7 years)
  • !      Ranked # 110 out of 156 in „World Happiness Report“ (only lower-ranked EU country: Bulgaria), Suicide rate still twice as high as the EU27 average
  • !      8.3 % of all males reported being heavy drinkers (2009), widespread consumption of illegally distilled alcohol may be an additional risk factor for liver zirrhosis
  • !       31.4 % of all population over 15 years of age were regular daily smokers
  • !      Persisting geographical & social inequalities, especially among the Roma Population

However…

Amendment of the Act on the Protection of Non-Smokers in effect since January 2012
The regulation bans smoking indoors with few exceptions, as well as in certain outdoor areas.

Opening of about 5.200 supervised tobacco stores, compared to more than 40.000 unsupervised retail outlets before, has made access to tobacco more difficult, which has already led to lower numbers of smokers aged 13-15. However, it is suspected that the tobacco business will increasingly move to the black market.

 


number of cigarettes smoked anually per capita: > 2000



Organization of the Hungarian Healthcare System:

·         Considerable departure from the centralized model in place during the communist era (where healthcare was state responsibility alone) and reinstallment of a Bismarck-type model in 1990
·         Single-Payer health insurance system with virtually universal coverage


Problems & Challenges in Hungarian Healthcare:

!      Lack of an overarching, evidence-based strategy for mobilizing resources for health. Without this, the health system reamains vulnerable to broader economic policy objectives.

!      HIF is responsible for recurrent health expenditure only, capital expenditure (both  maintenance & new investments) is the responsibility of the owners of healthcare facilities.  Poor general condition of hospital infrastructure & the legacy of an oversized hospital sector from the communist era, which resulted in downsizing. Still, the average hospital building is 50.5 years old and consists of 22 seperate buildings

!      Governance of the HIF has undergone several changes that have increased central control & reduced stakeholder participation, thus leading to less transparent and more unpredictable funding arrangements

!      Human resource crisis emerging due to the ageing of health care professionals, staff shortages and (due to poor salaries) increasing migration oft he healthcare workforce, especially among physicians.

!      As a result, physicians in Hungary are unevenly distributed both in geography and specialties. In contrast to the number of physicians, the number of dentists has increased by 56% between 2000 and 2008, because…

!      … Hungary is a target country in cross-border health care, mainly for dental care but also for rehabilitative services, such as medical spa treatment.

!      Difficulty in treating Roma population.